Delikatessen Jäger, ein Slow Food Kaufmannsladen

Seit 1961 ist das Delikatessengeschäft Jäger der Inbegriff für ehrliche Lebensmittel in Klagenfurt. Schon immer waren regionale, saisonale und natürliche Produkte die erste Wahl. Aus diesem Grund entschied sich Erwin Jäger schon im Jahr 1996 bei Slow Food International Mitglied zu werden. Die Begeisterung hielt an und er gründete 2006 gemeinsam mit Herwig Ertl Slow Food Carinthia in Kärnten, um die Philosophie, guten Geschmack, hochwertige Qualität, Regionalität und Saisonalität zu unterstützen und zu verbreiten.

Charakterstarke Produkte

Viele der Produkte im Delikatessengeschäft erfüllen diese Slow Food Prinzipien und sind darüber hinaus auch bio deklariert. Der direkte persönliche Kontakt zu Bauern – also der Quelle – sind wichtig und nach wie vor selbstverständlich. Es wird stetig daran gearbeitet den Anteil der Slow Food Produkte auszuweiten.

Das Warensortiment von Delikatessen Jäger umfasst ca. 3.000 Produkte, mit einer sehr breiten Feinkostpalette, Obst- und Gemüse-, als auch Wein- und Bierauswahl. Für die schnelle Küche gibt es eine große Auswahl an frisch erzeugten Kärntner Nudelspezialitäten.

So meint Erwin Jäger: „Wir schauen auch hinter die Kulissen unserer Lieferanten, um zu sehen wie die Tierhaltung aussieht oder der Wein produziert wird. Unsere Kunden setzen authentische und ehrliche Produkte voraus. Alles in unseren Regalen ist nachvollziehbar.“

Doris Jäger: „Unser Geschäft gibt Inspiration und Begeisterung. Wir haben auf ganz kleinem Raum so viele ehrliche Produkte und das macht einfach Lust auf mehr.“

Delikatessen Jäger dürfte es eigentlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr geben

Nach heutiger betriebswirtschaftlicher Erkenntnis ist ein so kleines Lebensmittelgeschäft schon seit langer Zeit nicht mehr rentabel zu führen. Zum einen beschäftigt Delikatessen Jäger gleich viele MitarbeiterInnen wie ein 1.000 m2 großer Supermarkt, zum anderen ist der logistische Zeitaufwand wegen der vielen kleinen Produzenten enorm. Die Realität zeigt uns, dass dieses Geschäft auch noch heute erfolgreich geführt werden kann.

Seit März 2020 wird Erwin Jäger von seiner Tochter Doris in diesem Bemühen unterstützt. Das Bestreben von Doris Jäger ist es, ihren KundInnen die Suche nach transparenten und nachvollziehbaren Lebensmitteln in den Supermärkten zu ersparen. „Diese zeitaufwendige Suche möchte ich meinen KundInnen gerne abnehmen“ so Doris Jäger. Ein Service, das heute kaum noch zu finden ist.

Persönliche Verantwortung übernehmen

Hinter jedem Produkt stehen Menschen! Viele von ihnen haben noch von ihren Eltern und Großeltern gelernt, ehrliche Produkte handwerklich selbst herzustellen und wollen dieses tradierte Wissen auch an die nächste Generation weitergeben. Es braucht dafür aber auch Menschen, die das wertschätzen und diese Produkte kaufen.

Erwin Jäger: „Wir vertreten die Grundidee, die Carlo Petrini (der Gründer von Slow Food International) propagiert hat. Slow Food als Bewegung oder Lebenshaltung geht davon aus, dass interessierte Menschen nicht von vornherein 100 %ig nach den Slow Food Prinzipien leben. Mitglieder werden aufgenommen, auch wenn sie nach dieser Lebenseinstellung erst zu 10,  30 oder 50% leben. Für die Slow Food Bewegung ist es wichtig, dass sich Mitglieder  weiterentwickeln, um einen höheren Grad an Slow Food Bewusstsein zu erreichen.

Doris Jäger: „Die selbstständige Auseinandersetzung mit Lebensmitteln verlangt auch Weiterentwicklung. Es ist eine Erfahrung, eine Beziehung und eine Partnerschaft, die man zu seinem Essen aufbaut. Etwas Lebendiges!“

Sowohl Erwin als auch Doris Jäger ist es enorm wichtig Bewusstsein zu schaffen. Was in Kindergärten und Schulen begonnen werden könnte, wäre als Erwachsener ein kritischer Genuss-Geist. Gutes Essen und sauberes Wasser sind etwas besonderes, und nicht selbstverständlich, so die beiden. Essen ist Emotion und hat enorm viele Facetten. Von der Pflanze zur Ernte, von der Ernte zur Verarbeitung, von der Verarbeitung zum Kochprozess. Die eigene Region zu stärken, im geschlossenen Kreislauf zu denken, den Euro in der Region zu halten und damit die Kaufkraft nicht abfließen zu lassen, sind Tag für Tag Herausforderungen, denen man sich stellt. Dafür braucht es aufgeklärte Konsumenten, die mit Bewusstsein einkaufen.

Verbundenheit mit den Kunden

Die Beziehungsarbeit zählt. Sowohl die zum Essen als auch die zum Kunden. Denn auch das ist für die Jägers ein Teil von Slow Food. Man kennt die Kunden und ihre Wünsche, die Kunden wiederum kennen die MitarbeiterInnen! Man kennt die Qualität der Ware und wiederum wo die Ware in welchem Regal steht. Auch bei Bestellungen über die Homepage bzw. per Mail wird immer telefonisch nachgefragt, um dem Kunden den gewohnt persönlichen Kontakt zu bieten. Es ist alles langsam gewachsen, ähnlich des Prozesses eines Lebensmittels.

 „Slow“ bedeutet bei Delikatessen Jäger also weit mehr: es bedeutet „authentische Produkte mit Geschichte“, „lange Kundenbeziehungen über mehrere Generationen“ und „motivierte Mitarbeiter als die Säulen des Unternehmens“.

 

Interview von Susanne Kuttnig

Delikatessen Jäger

Radetzkystraße 38-40

A-9020 Klagenfurt

Tel. 0463 57 354

 

Öffnungszeiten

Mo.-Fr. 7–19 h, Sa. 7–13 h

Café CaJä

Radetzkystraße 40

A-9020 Klagenfurt

Tel. 0463 57 354 - 14

 

Öffnungszeiten

Mo.-Fr. 7–20 h, Sa. 7–14 h

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